Essen bei Hashimoto. Was soll es denn sein: Glutenfrei, kuhmilchfrei, vegan, die Steinzeiternährung oder doch das Autoimmunprotokoll? Du hast die Diagnose «Hashimoto» und bist verwirrt oder unsicher, was du nun noch essen darfst? Im Prinzip alles – sofern es dir schmeckt und wohl bekommt. Basierend auf meiner persönlichen Erfahrung als Betroffene zeigt dieser Artikel, wie die ganzheitliche, psychologische Ernährungsberatung dich unterstützen kann, dein Wohlbefinden zu verbessern.

 

Beitrag aktualisiert im Dezember 2023

Nach der Diagnose «Hashimoto» im Sommer 2016 war ich getrieben vom Gedanken, mit Ernährung etwas gegen meine Krankheit machen zu können. Bestärkt wurde ich von unzähligen Ratgeber-Seiten im Internet. In jeder Empfehlung fand ich neue interessante Aspekte, die mich zum Weiterforschen anspornten. So hangelte ich mich von Thema zu Thema, von Ratgeber zu Ratgeber. Mein Bücherstapel schoss in die Höhe. Schliesslich kannte ich für jedes Lebensmittel mindestens zwei Gründe, warum ich es nicht essen sollte. Ich suchte nach Gegenargumenten und drehte mich im Kreis.

Sucht man heute nach «Ernährung bei Hashimoto» im Internet, ist der Ton auf den Trefferseiten gemässigter. Auf vielen Seiten bekommt man sogar wertvolle Tipps zur anti-entzündlichen Ernährung. Das war damals noch anders: Unter den ersten 20 Treffern fanden sich alle möglichen, krassen Ernährungsformen und die Schlagzeilen dazu waren aufdringlicher. 

Unbewusst kombinierte ich nach und nach alle Programme. Da die meisten nach dem «Weglassprinzip» funktionieren, kamen immer mehr Lebensmittel auf die «Verbotsliste». Mein Lebensmittelspektrum wurde so drastisch eingeschränkt, dass ich nicht mehr wusste, was ich essen sollte. In der Folge griff ich zu Fettigem und Süssem, ass generell viel zu viel, mit den entsprechenden Konsequenzen auf mein Gewicht, meine Laune und mein Wohlbefinden. Schliesslich half mir ein Perspektivenwechsel aus der Negativspirale. Ich legte das Thema «Essen bei Hashimoto» für ein paar Wochen zur Seite und widmete mich meiner Familie, Freunden, meiner Praxis und meinem Job. Ich erlebte, wie die Energie und die gute Laune zurückkamen, als ich meine Stärken lebte. Später konnte ich mich dem Thema wieder mit klarem Kopf zuwenden.

Ernährungskonzept bei Hashimoto entwickeln und anwenden

Im Rahmen meiner Diplomarbeit am Institut für Körperzentrierte Psychotherapie (IKP) habe ich die «individuelle Ernährung bei Hashimoto» entwickelt und diese im Selbsttest angewendet. Dabei habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht. Was für mich gut ist, muss allerdings für dich nicht unbedingt funktionieren.

Das A und O einer Ernährungsform ist, dass sie alltagstauglich und wohltuend ist. Und wohltuend ist das, was du verträgst und deinen Bedürfnissen entspricht. Wichtig dabei ist jedoch auch, dass du dein Essen magst. Denn der Kopf isst ja bekanntlich mit. Da wir Menschen alle unterschiedliche Individuen sind, kann sie diese Anforderung nur erfüllen, wenn sie die persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt. Und diese wurden bei den zum Teil sehr einschränkenden Ernährungsprogrammen, die uns Mr. Google bei der Suche nach der «Ernährung bei Hashimoto» ausspuckte, kaum erfüllt.

Aber auch heute noch – bald sieben Jahre später – wimmelt es im Internet und in den sozialen Medien von Empfehlungen, welche Lebensmittel man essen soll und welche auf keinen Fall. Ich kann mir vorstellen, dass das auch für dich, wenn du eben die Diagnose «Hashimoto» erhalten hast, sehr verwirrend und herausfordernd sein kann. Tatsächlich kann aber auch die Umsetzung einer Ernährungsform im Alltag dann sehr herausfordernd sein.

Essen bei Hashimoto – Wie sieht denn nun eine individuelle Ernährung aus?

Das Wichtigste zuerst: Eine individuelle Ernährung muss deinen Bedürfnissen entsprechen. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es immer noch keine «Hashimoto-Diät», die die Krankheit vermindern oder gar heilen würde. Auf der anderen Seite heisst das nicht, dass es nicht doch eine Ernährungsform gibt, die zu mehr Energie, Vitalität und Wohlbefinden verhilft. Und genau dies gilt es herauszufinden.

Anti-entzündliche Ernährung als Basis bei Hashimoto – Nährstoffmängel und Unverträglichkeiten berücksichtigen

Da sich Hashimoto in einer chronischen Entzündung der Schilddrüse zeigt, soll die Ernährung dieser entgegenwirken. Zudem sollte sie dem Schilddrüsenstoffwechsel gerecht werden und weitere individuelle Bedürfnisse berücksichtigen, die zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Gewicht, einem Vitamin- und Mineralstoffmangel, Unverträglichkeiten sowie einem durchlässigen Darm (Leaky Gut) auftreten können oder ganz einfach die der Alltag mit sich bringt – sei es im Beruf oder im Privatleben.

Ernährungsberatung bei Hashimoto

In der ganzheitlichen Ernährungsberatung erarbeiten wir gemeinsam dein ganz persönliches Ernährungskonzept. Dies kannst du dir wie ein Puzzle mit verschiedenen Teilchen vorstellen. Eine anti-entzündliche Ernährung bildet die Basis. Im persönlichen Gespräch erkunden wir deine individuellen Bedürfnisse und Anforderungen: Möchtest du abnehmen? Gibt es Lebensmittel, die du nicht verträgst? Wie spielt deine Verdauung mit? Bist du gut versorgt mit Vitaminen und Mineralstoffen? Auf welche Lebensmittel möchtest du nicht verzichten? Wie sieht dein Mahlzeitenrhythmus aus? Was für spezifische Anforderungen stellt dein Alltag an dein Essen? Antworten auf diese und weitere Fragen fügen wir als weitere Teilchen dem Puzzle hinzu. So entsteht dein ganz persönliches Ernährungspuzzle, das du dann selbst austestest.

Puzzleteilchen "Bedürfnisse" symbolisiert, dass die psychologische Ernährungsberatung in der individuellen und anti-entzündlichen Ernährung bei Hashimoto die persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt.
Puzzle mit farbigen Teilen. Das Teilchen "persönliche Bedürfnisse" liegt auf dem fertigen Puzzle. Symbol, dass es in der Beratung viele Einzelteile wichtig sind, und nicht nur ein Element.

Ernährungspsychologie bei Hashimoto

Puzzleteilchen "Lebensstil" symbolisiert, dass die psychologische Ernährungsberatung in der individuellen und anti-entzündlichen Ernährung bei Hashimoto den Lebensstil berücksichtigt.

Viele Faktoren beeinflussen das Wohlbefinden eines Menschen. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sind dies sicher Bewegung und Lebensstil. So können Dauerstress, Schlafmangel, Rauchen, psychische Belastungen, negativer Umgang mit Gefühlen und Emotionen – um nur ein paar Beispiele zu nennen – Entzündungen im Körper fördern. Wenn du möchtest, schauen wir in der ganzheitlichen Ernährungsberatung, wie du einen anti-entzündlichen Lebensstil umsetzen könntest. Auch dieser hat einen positiven Einfluss auf dein Essverhalten.

Füge also neben der Ernährung noch weitere Teilchen deinem Puzzle hinzu, um so dein Wohlbefinden zu steigern.

Deinen eigenen Weg gehen

Eine grosse Herausforderung sah ich anfangs darin, meinem Ernährungskonzept zu vertrauen und meinen eigenen Weg zu gehen.

Dabei fiel es mir manchmal schwer, mich von den Ratschlägen der vielen «Experten», die zu diesem Thema Bücher verfasst haben und/oder ihr (Halb-)Wissen in den sozialen Medien verbreiten, abzugrenzen und ihre zum Teil sehr rigiden Programme nicht in mein Ernährungskonzept einzubauen.

Mit zunehmendem Wohlbefinden bekam ich die Bestätigung, auf dem richtigen Kurs zu sein. Ich konnte loslassen und meinem Körper vertrauen.

Ich möchte dich dazu ermutigen, deinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Gerne begleite ich dich dabei.

Puzzleteilchen "dein Weg" symbolisiert, dass die psychologische Ernährungsberatung bei einer individuellen und anti-entzündlichen Ernährung bei Hashimoto die Klienten ermuntert ihren eigenen Weg zu gehen.

Dienstleistungen bei Hashimoto

Finde hier mehr Informationen zu meinen Dienstleitungen und Arbeitsweisen bei Hashimoto.

Fragen?

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Was ist Hashimoto

Die chronische Schilddrüsenentzündung «Hashimoto Thyreoiditis» – auch «Immunthyreoiditis Hashimoto» oder «Morbus Hashimoto» genannt – ist eine von über 70 Autoimmunerkrankungen.

Bei dieser Autoimmunerkrankung greift der Körper eigenes Schilddrüsengewebe an. In der Folge kommt es zu einer chronischen Entzündung, was meist zur Unterfunktion der Schilddrüse führt.